Publikationen

Schriftliche Medien sind eine zentrale Form der Weitergabe von Ideen und Konzepten. Sie spielen aber auch eine Rolle für die Identitätsbildung und deren Weiterentwicklung. In diesem Bereich werden Behelfe und Zeitschriften für Kinder und GruppenleiterInnen vorgestellt.

Begriffsklärungen

Vorweg einige Erläuterungen für Uneingeweihte (was durch die wachsende historische Distanz immer mehr Menschen sein dürften): Unterschieden wird hier zwischen Behelfen und Zeitschriften. Behelfe sind gewissermaßen Bücher, manchmal auch nur Mappen oder Loseblattsammlungen, die in strukturierter Form sich einem bestimmten Thema widmen. Man kann sie auch als Methodenhandbücher verstehen. Zeitschriften erscheinen regelmäßig über einen längeren Zeitraum hinweg. Sie wurden und werden tlws. immer noch in der Jungschar als "Werkbrief" bezeichnet. Dies deutet auf die ursprünglich sehr einfache Herstellungsweise hin: Ein regelmäßig ausgesandter Brief sollte jenen Personen, die in den Pfarren die Kindergruppen leiteten, möglichst gut vermitteln, was sie mit den Kindern tun sollen, wie sie es machen sollen und vor welchem Hintergrund diese Arbeit geschieht. Dieses Tun mit den Kindern ist eben das "Werk".

In die Herstellung von schriftlichen Medien flossen immer große Teile der zur Verfügung stehenden Ressourcen, sowohl an Arbeitszeit als auch an Sachmitteln. In der unmittelbaren Nachkriegszeit war es zudem gar nicht so einfach, die erforderliche Menge Papier zur Verfügung zu haben. So gut wie alle Publikationen waren nur aufgrund von ehrenamtlicher, also unbezahlter Tätigkeit von AutorInnen, MitarbeiterInnen und RedakteurInnen möglich.

top-down-Kommunikation

An dieser Stelle soll auch darauf aufmerksam gemacht werden, dass schriftliche Kommunikation über Zeitschriften und Bücher eine top-down-Kommunikation darstellt. Die Kommunikationsrichtung erfolgt von den HerausgeberInnen zu den LeserInnen, nicht umgekehrt. Wohl wurde immer wieder versucht, auch die Sicht der LeserInnen einzubeziehen, etwa in Form von Leserbriefseiten. Dies ändert aber wenig an der Grundrichtung dieser Kommunikationsform. Es lässt sich aus den Publikationen also einiges über die Intentionen der jeweiligen Organisationsleitung herauslesen und nur bedingt etwas über die Realität der Kindergruppenarbeit in den Pfarren. Natürlich spiegeln die Beiträge diese in einer gewissen Form wieder, doch ging es den HerausgeberInnen stets mehr darum, Anregungen für eine möglichst gute Kindergruppenarbeit zu geben, als die Realität an der Basis wiederzuspiegeln.

In den letzten Jahren sind neben die traditionellen Werkbriefe nun auch Internetseiten der Bundesjungschar ebenso wie der Diözesanleitungen getreten. Diese können hier nicht dargestellt und berücksichtigt werden. Hier stehen wir auch vor einer dokumentarischen Lücke, ist es doch die Natur von Websites, dass sie als dynamisches Produkt immer wieder verändert werden und mitunter aus dem Web wieder verschwinden.

Fragen zur inhaltlichen Ausrichtung

Um die inhaltliche Ausrichtung der hier vorgestellten Publikationen angemessen einschätzen zu können, wäre es nötig, zumindest auszugsweise Artikel und Beiträge zu lesen. Eine gewisse Vorstellung vom inhaltlichen Wandel der Arbeit der KJSÖ lässt sich allerdings sehr wohl aus der Abfolge an Jahresthemen herauslesen, ebenso wie aus dem Umstand, dass das Jahresthema 1999 abgeschafft und durch eine Kombination von Jahresaktion und be-help ersetzt wurde. Auch die Titel der Zeitschriften sprechen für sich: Vom "Stephanus" und der "Saat" über den "Pfeil" und "Erziehung geht alle an", "Dynamic" bis zur "Jungen Kirche" reicht der Bogen der Bezeichnungen, die stets Zeitgeist zum Ausdruck bringen wie auch Konzepte der HerausgeberInnen offensiv formulieren.

In diesem Bereich der Website werden die einzelnen Publikationen vorstellt und zumindest die covers sichtbar gemacht. Auch aus deren graphischer Entwicklung lässt sich viel über den Wandel der inhaltlichen Ausrichtung herauslesen.

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