Behelfe ab 1970

JS-Studio (1973-1986)

Das Jungschar-Studio war eine der wichtigsten Publikationsorgane der Bundesjungschar der 1970er und 1980er Jahre. Wie keine andere Publikation kommt im JS-Studio der neue Geist zum Ausdruck, der mit der Wende von 1970 in der Jungschar wehte: Das Zweite Vatikanische Konzil hatte ebenso wie die Aufbruchsstimmung der 1968er Bewegung frischen Wind gebracht, der strukturell im neuen Jungscharstatut von 1970 seinen Niederschlag fand. Die pädagogisch-kinderpastoralen Folgen lassen sich unter anderem im JS-Studio nachvollziehen.

Neben praktischen Fertigkeiten wie Öffentlichkeitsarbeit und graphischen Tipps für die Jungschararbeit rückt das soziale Lernen in den Mittelpunkt. Der Lebenslauf erlebt seine Neubearbeitung; Menschenwürde wird ein Thema.

Das Dokumentationsarchiv des KJWÖ verzeichnet folgende Titel des JS-Studio, die Auflistung ist nicht vollständig:

1974KJS: Kinderspielplätze - JS-Studio
1974KJS: Grafische Tips - JS-Studio 3
1974KJS: Geschichten - JS-Studio 2
1977KJS: Soziales Lernen - JS-Studio 5
1977KJS: Ministranten - JS-Studio 7
1977KJS: JS-Lebenslauf - JS-Studio 6
1978KJS: Menschenwürde - JS-Studio 8
1979KJS: Jesu auf der Spur - JS-Studio 9
1980KJS: Kleinigkeiten verändern - JS-Studio 10
1981KJS: "Kleinigkeiten verändern - zum Frieden" - JS-Studio
1982KJS: Ich und meine Familie - JS-Studio 14
1982KJS: Mit Kindern Gottesdienst feiern - JS-Studio 13
1983KJS: Arche Noah - JS-Studio 16

Der Lebenslauf 1977 (=JS-Studio 6)

Wie möge das Leben der Jungscharkinder organisiert werden? Die Bubenweisheit gab in den 1960er darauf ebenso klare Antworten wie der Behelf „Die Mädeljungschar“ in den 1950er. Nach Einführung des neuen Jungscharzeichens und der Zusammenlegung von Bubenjungschar und Mädeljungschar galt es nun, ein neues Konzept zu finden. Der Begriff „Lebenslauf“ findet sich bereits in den Behelfen der 1950er Jahre; der Lebenslauf stellte ein methodisch aufbereitetes Curriculum für die Kindergruppenarbeit dar. Alle als relevant erachteten Themen des Kinderlebens wurde behandelt, vom Sport bis zum Gebet über soziale Fragen und kreative Betätigungen.

1984/85 erlebte der Lebenslauf ein völlige Neubearbeitung als Jahresthemabehelf.

Das Handbuch Jungschararbeit, 1995

Das Handbuch war die Antwort der Katholischen Jungschar auf die Suche nach Orientierung in den 1990er Jahren. Ein ganzes Konzert von gravierenden Veränderungen prägte die Mitte der 1990er Jahre: 1995 beschloss der Bundesführungskreis das Corporate Design, mit diesem auch das neue Jungschar-Zeichen, das nun kein Symbol, sondern ein Logo war. Im Herbst 1995 verabschiedete der Bundesführungskreis das Leitbild und das pastorale Selbstverständnis; ein Jahr darauf erschien das „Handbuch Jungschararbeit“. Einer der unterschätztesten Behelfe der KJSÖ findet sich zum guten Teil heute im Bereich „basics“ auf der Website www.jungschar.at. Voller inhaltlicher Schätze wartet er immer noch auf seine Entdeckung, behandelt das Handbuch doch zahlreiche inhaltliche Fragen, die immer wieder die Gremien der KJSÖ beschäftigen.

be-help

Das Ende der 1990er Jahre brachte eine Neuerung in der Bildungsarbeit der Katholischen Jungschar: Das Jahresthema wurde abgeschafft. Vorangegangen war dem eine Evaluierung des Jahresthemas, bei der dieses eigentlich gar nicht so schlecht abgeschnitten hatte. Dennoch überwog bei den Verantwortlichen der Eindruck, dass es etwas Neues brauche, da die alte Idee der gemeinsamen Jahresthemen nicht mehr der Zeit entspreche und die darin enthaltenen Ansprüche nicht mehr länger erfüllt werden können.

An Stelle des Jahresthemas traten nun zwei neue Maßnahmen, die beim Herbst-Bundesführungskreis 1998 beschlossen wurden: Zum einen sollte nun jährlich eine große gemeinsame österreichweite Aktion stattfinden; zum anderen alle zwei Jahre ein Behelf erscheinen. Die Idee der bundesweiten Aktion fand nie so recht Freunde und scheiterte bald in ihrer ursprünglichen Intention. Aus ihr gingen aber doch einige Aktionen zum Tag der Kinderrechte am 20. November hervor. Die neue Publikationsreihe erhielt hingegen durchaus eine Gesicht und ein Profil: Unter dem Reihentitel „be-help“ erschienen von 1999 bis 2006 immerhin sechs Bände zu unterschiedlichen Themen der Kindergruppenarbeit.

Das Konzept des be-help sah vor, dass dieses keine grundlegenden Aspekte der Kindergruppenarbeit abdecken sollte – dazu gab es ja bereits das Handbuch, das Modellheft Jungschararbeit sowie zahlreichen diözesane Behelfe - , sondern speziellere Themen, die eher erfahrenere GruppenleiterInnen ansprechen. In der „Ergebnisnotiz der Zukunftswerkstatt Jahresthema“ ist zum Rahmenkonzept Publikationsreihe zu lesen:
„Hierdurch sollen jene Leistungsbereiche abgedeckt werden, die das Jahresthema bis jetzt erfüllt hat: Unterlagensupport für das Intensivsegment und Koordination MultiplikatorInnenbildung – GruppenleiterInnenBildungsarbeit – Unterlagenerstellung. Das wird ein Projekt in Abstimmung mit dem gemeinsamen Bildungskonzept und soll eine kontinuierliche Behelfproduktion und damit verbundene Bildungsinitiativen sicherstellen.“ (Abschlussbericht Selbstevaluation Jahresthema. Wien 1998) Die Perspektiven für die neue Publikation wurden in vier knappen Slogans auf den Punkt gebracht:

  • „Zeitplan deregulieren, Grundformen strukturieren
  • Unterschiedlichkeit des Unterstützungsbedarfs beachten
  • Gemeinsame Publikationsreihe, gemeinsames Marketing
  • Aktualität und Verwendungszeiten verlängern“
(Abschlussbericht Selbstevaluation Jahresthema. Wien 1998)

js-lebenslauf 1977 _ js-studio 6.pdf (Dateigröße: 1.82 MB)