Behelfe der Bubenjungschar

Die "Bubenweisheit" 1951 bis 1965

Was tut ein richtiger Jungscharbub? Worüber weiß ein Jungscharbub bescheid? Diese Fragen und noch viele andere mehr beantwortete die in zahlreichen Auflagen erschienene Bubenweisheit. Sie war Jungscharhandbuch, Abenteurkompass, Brevier und Benimmbüchlein in einem. Mit ihr konnte sich der Jungscharbub auf seine Bewährungsprüfung und sein Jungschar-Versprechen vorbereiten. Er fand in seiner "Bubenweisheit" aber auch allerlei Wissenswertes über Technik, Geographie und Astronomie.

Das Dokumentationsarchiv des KJWÖ verzeichnet sechs Auflagen der "Bubenweisheit":

1952"Bubenweisheit" - 2. Verb. AuflageKarl Stepan
1956"Bubenweisheit" - Handbuch f. Jungscharbuben - 4. Auflage
1965F.Tscherney: "Bubenweisheit" - 6. AuflageFriedrich Tscherney
1965"Bubenweisheit" - 6. Auflage (F.Tscherney)Friedrich Tscherney

Die erste Auflage von 1951 war noch auf minderwertigem Papier gedruckt und sehr einfach gehalten. Eigentlich stand sie unter dem Titel "Die Bewährung für Jungscharbuben", "Bubenweisheit" stand im Klammer als Untertitel dabei.

Zunächst wird in dieser Erstauflage der "Bubenweisheit" des Jungschargesetz vorgestellt; darauf folgt eine Darstellung des Leben Jesu. Daran schließt ein eingelegtes Blatt an, auf dem der Aufbau der Hl. Messe graphisch dargestellt wird - in Mehrfarbdruck! Es folgen Ausführungen zu den zehn Geboten und den sieben Sakramenten, ehe die Katholische Kirche und ihr Aufbau besprochen wird.

Ein weiterer Teil widmet sich Österreich. Als Einstieg dazu wird der Hl. Leopold, Landespatron von Wien und Niederösterreich vorgestellt. Es folgen Informationen zur Geschichte Österreichs ("Türkenzeit: Österreichs Aufgabe war, Vorkämpfer der christlich-abendländischen Kultur zu sein gegen den Islam.") und zu den einzelnen Bundesländern. Die "Bubenweisheit" schließt mit einem Abschnitt über "Bubenwissenschaften" ab. Diese umfassen: a. Orientierung, b. Bodenzeichen, c. Morsezeichen, d. Knoten, e. Kartenlesen. Erkennbar wird hier die Orientierung an Fertigkeiten, die im Militär Verwendung fanden und finden. Wiewohl die "Bubenweisheit" sicherlich nicht zur Wehrertüchtigung konzipiert wurde, spricht aus ihr doch die Vorstellung der Zeit, dass Buben und Männer sich in Außenräumen, in der Wildniss und der Natur bewegen und für die Bewährung auch in Gefahrensituationen vorbereitet werden müssen. Ideologisch werden diese Fertigkeiten von katholischen und patriotischen Vorstellungen umrahmt.

Jungschar-Heimstunden für unsere Buben

Von Anfang an boten die Zentralstellen den FührerInnen Unterlagen für die Kindergruppenarbeit an. Diese Jungscharheimstunden für Buben enthalten u.a. auch das Jungschargesetz und Gruppenstunden dazu. Der Aufbau eines Modells griff damals idealtypisch auf folgende Elemente zurück, die unterschiedlich variiert wurden: Lied - Spiel - Wettbewerb - Rundgespräch - Geschichte - Ringaufgabe - Führerwort.

Das Dokumentationsarchiv des KJWÖ verzeichnet eine ganze Reihe von Behelfe mit "Heimstunden", offensichtlich unvollständig. Demnach dürfte der Begriff "Heimstunde" bis 1975 auch von der Bundesleitung verwendet worden sein.

1951Jungscharheimstunden für Buben 2
1951"Die fröhliche Schar" - Heimstunden f.d. 8-10jährigen
1951Jungscharheimstunden für unsere Buben Nr.5
1951Jungscharheimstunden für unsere Buben Nr.4
1951Jungscharheimstunden für unsere Buben Nr.3
1951Jungscharheimstunden für Buben 1
1952KJS: "15 Heimstunden zum Jungschargesetz"
1953KJSw: "Unsere Heimat Österreich" - Heimstundenmappe
1953KJS: Heimstunden "Dezember 1953"
1955Jungscharheimstunden fr unsere Buben - 1
1956"Für jeden etwas" - Heimstunden und Festvorschläge f.d. MJS
1956"Wir wollen" - Heimstunden zur Überstellung in die KJ
1957KJSw: Heimstunden Teil 2 - Jänner bis März
1957Jungscharheimstunden für unsere Buben - 2
1959KJS männl.: 15 Heimstunden
1975KJS: Behelf C 1 - Geschichten, Heimstunden etc.

WAKAIUK

Zu den interessantesten Kapiteln der interkulturellen und antirassistischen Pädagogik der Jungschar gehört die Wakaiuk-Episode. Diese eigens entwickelte Methode für die 8- bis 10jährigen Buben bestand aus einer Simulation des Lebens eines "Indianerstammes", dessen edelste Tugenden von den Jungscharbuben zu erlernen waren. Inspiriert war dieses Konzept wohl auch von Karl Mays Romanen; es ermöglichte aber auch, abenteuerliche Zeltlager mit normativen Erziehungskonzepten zu verbinden. Die Jungscharbuben durchliefen eine Initiationsphase, in der sie allmählich die Welt der Wakaiuk kennenlernten. Anarchie war die Lebensform der Wakauik-Indianer nicht!

"Das einzige, was ich bis jetzt herausbekommen habe, ist, dass man bei der Aufnahme eine schöne FEDER bekommt und dazu das lederne TOTEM, das man sich an den Hosenbund hängt, und dazu noch so ein kleines Ausweisbücherl." (aus: Bubenweisheit 1965, S. 91)

Gruppenleben - Veranstaltungen

Die Bubenjungschar setzte für die Gestaltung der Heimstunden auf ein aktionsorientiertes Programm. Unter dem nicht gerade sehr aussagekräftigen Titel "Jungschar. Gruppenleben - Veranstaltungen" wurde im Jahr 1967 der Behelf "Anregungen für das Gruppenleben" von Helmut Schriffl herausgegeben. Der Behelf beinhaltete nach einem knappen Grundsatzteil mit Ideen, wie das Gruppenleben im Jahreskreis gestaltet werden kann, 15 Aktionsideen für die Bubengruppe. Diese reichten vom Heimgeländespiel über die Jungschar-Olympiade, die Quizmeisterschaft bis zum Seifenkistenrennen. Aus heutiger Sicht ist einer der interessantesten Aspekte des Behelfes, dass die im Stil von ironisch angehauchten Karrikaturen gehaltenen Graphiken aus der Feder des späteren Bundeskanzlers Wolfgang Schüssel stammten. Schüssel arbeitete 1965-66 als Zentralsekretär der Katholischen Schülerjugend im selben Büro wie Helmut Schriffl als Zentralsekretär der Bubenjungschar. Zu Schüssels Zeichnungen... Schüssel versorgte einige der damals erschienen Publikationen des Katholischen Jugendwerkes mit Illustrationen.

1947_Stephanus.PDF (Dateigröße: 2.90 MB)
1949_Lueftenegger_Glaser_Landkind_und_Jungschar.PDF (Dateigröße: 2.32 MB)
1951_Bubenweisheit.PDF (Dateigröße: 3.32 MB)
1951_15_Heimstunden_der_BJS.PDF (Dateigröße: 1.27 MB)
1965_Graphik_Lebenslauf_JS-Bub_aus_Bubenweiseheit.pdf (Dateigröße: 28 KB)
1965_Seiten_aus_Bubenweisheit.PDF (Dateigröße: 536 KB)
1967_Fuehrerschulung_Wiederholungsstoff.pdf (Dateigröße: 984 KB)
1967_Gruppenleben_Veranstaltungen.PDF (Dateigröße: 621 KB)
1967_Gruppenleben_Veranstaltungen_Graphiken_Schuessel.pdf (Dateigröße: 1.26 MB)
1969_Ringhelfer_Gruppenhelfer_und_Gruppenfuehrer_in_BJS.PDF (Dateigröße: 687 KB)