1990er – Jungschar in der Postmoderne

Bis 1998/99 gab es jährlich ein Jahresthema – zehn Jahre nach dem Fall des „Eisernen Vorhanges“ wurde dieses vermeintliche Relikt aus der Zeit der großen Ideologien, als man sich gerne in „großen Sätzen“ und konkret unter anderem in Form von Jahresthemen auszudrücken pflegte, abgeschafft. Ab nun wurde alles zum Projekt, Fragmentierung und eine etwas größere Unverbindlichkeit machten sich breit. Abgelöst wurde das Jahresthema einerseits durch eine neue Schriftenreihe, dem „be-help“, andererseits durch das Plan, fortan eine bundesweite „Jahresaktion“ durchzuführen.

Aufgrund des Wachstums der bei der Sternsingeraktion gesammelten Spendengelder wurde 1991 eine neue innere Struktur für die KJSÖ erarbeitet. Beim Frühjahrs-Bundesführungskreis 1991 in Zell an der Pram (Oberösterreich) wurde eine Arbeitsstruktur verabschiedet, die der Dreikönigsaktion innerhalb der KJSÖ in bestimmten Punkte mehr Handlungsfreiheit ermöglichte. Dies war die strukturelle Voraussetzung für das Wachstums des interdiözesanen Büros der Dreikönigsaktion in den folgenden Jahren. Waren dort vorher zwei bis drei Personen beschäftigt, so betrug die Anzahl der hauptamtlichen DKA-MitarbeiterInnen Ende der 1990er Jahre 20.

1995 wurde das alte Kreis & Kreuz-Zeichen in Ehren verabschiedet und das kantige neue Logo zum neuen Jungscharzeichen, das viel besser die neue Lage ausdrückte: „Die Ganzheit ist verloren, es lebe das Schiefe, das Irritierte, der Bruch!“, so ließe sich das Motto dieser Veränderungen zusammenfassen. Der Kosmos der Jungschar wurde dank eines Leitbildes in vier „Säulen“, wie gerne gesagt wird, unterteilt: Lebensraum, Kirche, Lobby und Hilfe.

Zur Feier des 50. Jubiläum der Jungschar wurde in Salzburg die Großveranstaltung „birthdays“ für 400 GruppenleiterInnen veranstaltet.