1934-38: Katholische Kinderarbeit im Ständestaat

1934 wurde in Österreich ein faschistischer Ständestaat errichtet. Die Christlich-Soziale Partei unter der Führung von Bundeskanzler Dollfuß übernahm die alleine Führung im Land und löste die anderen Parteien auf. Auch die Christlich-Soziale Partei selbst verschwand und wurde in die staatlichen Einheitspartei, der „Vaterländischen Front“ integriert. Weiters sollten ab 1936 alle Jugendorganisationen in der Staatsjugend aufgehen. Obwohl die Katholische Kirche einer der wichtigsten Verbündeten des Christliche-Sozialen Ständestaates war, wehrte sie sich und versuchte die Autonomie kirchlicher Jugendvereine vor dem Staat zu schützen, was ihr auch gelang.

Unter diesen Rahmenbedingungen wurde innerhalb der Erzdiözese Wien 1934 als Einrichtung der Katholischen Aktion die „Hauptstelle für Kinder-Seelsorge“ eingerichtet. Daran angeschlossen war das „Institut für Jungvolkführung“. Kaplan Karl Dorr und Willy Lussnigg entwickelten dort ein neues Modell für eine „zeitgemäße Kinderseelsorge“ und religiöse Erziehung der Kinder. Das Institut führte Schulungen für interessierte LehrerInnen, Kapläne und (jugendliche) Einzelpersonen durch.