Lichtstafetten

Dreimal veranstaltete die Bubenjungschar eine Lichtstafette: 1951, 1954 und 1963. Die Mädchenjungschar hatte mit der Lichtstafette nur insofern zu tun, als es die Jungschar-Mädchen waren, die das Licht in die Familien brachten (vgl. Dokumentation 43 (Sept. 2001), S. 3). Das Grundprinzip einer Lichtstafette ist einfach: Ein offenes Licht, in der Regel eine brennende Fackel oder eine Laterne, wird von A nach B transportiert, und dabei wie bei einem Stafettenlauf von einer Person an die nächste weiter gereicht. Das Wort Stafette bezeichnet einen Läufer oder Eilboten. Der Begriff entspricht dem italienischen staffetta und leitet sich ab von staffa, dem Steigbügel, da die Eilboten früher beritten waren.

Staffelläufe haben im Sport ein lange Tradition. In Verbindung mit dem religiös konnotierten Lichtsymbol sprachen sie in den Gründungsjahren der Katholischen Jungschar offensichtlich viele der damals Aktiven an. Immerhin ermöglichte eine Lichtstafette, dass sich sehr viele Kinder beteiligten und ein großes geographisches Gebiet berührt wurde. An Stelle eines einzelnen Siegers konnte die Bubenjungschar als Organisation gewissermaßen sich selbst besiegen. Als Großveranstaltung ließ sich eine Lichtstafette auch medial gut kommunizieren.

1951 stellte man die Lichtstafette unter das Motto „Licht über Österreich“, 1954 hieß es „Die Jungschar bringt das Licht von Lourdes“. 1963 galt es schließlich, das Osterlicht aus Jerusalem nach Österreich zu bringen.

Nach der dritten Lichtstafette 1963 wurden zwar weitere Anläufe gestartet, diese Aktivität fortzusetzen, doch dürften die Umstände nicht mehr günstig gewesen sein. So blieb die dritten Lichtstafette auch die letzte. Ab 1962 gab es ohnehin die Bubenolympiade als gemeinschaftsstiftende Großveranstaltung der Bubenjungschar.

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